......Lumpenpack!"

Genau diesen Ausspruch habe ich vor vielen Jahren immer wieder von mir gegeben, in der sicheren Annahme,

dass er allen Mühlbachern bekannt und geläufig sei.

Wie ich in den letzten Jahren immer wieder feststellen musste, war dies nicht der Fall; keiner der Angesprochenen

hatte diesen Satz jemals gehört.

Jetzt kann man sich leicht vorstellen, wie sich eine Mühlbacherin bzw. ein Mühlbacher fühlen muss, die/der von jemand mit dem Satz

"Mühlbach ist ein Lumpenpack" angesprochen wird, und was er von dem Erzähler hält!

Woher kannte ich diesen Ausspruch?

1967 wurde ich an die Hauptschule Mühlbach versetzt und hatte bald Kontakt zu dem Ratschreiben Karl Dettling,

der heute als der renommierteste Heimatforscher und Historiker seiner Heimatgemeinde gilt.

Während der "Großen Pause" besuchte ich ihn manchmal in seinem Büro im benachbarten Rathaus, und eine der ersten

der vielen Anekdoten, die er mir erzählte, war folgende:

Im Jahr 1933 wurde ein junger Lehrer gegen seinen Willen an die Volkschule in Mühlbach versetzt.

Er unternahm alles, um von Mühlbach wieder wegzukommen, hatte aber keinen Erfolg;

alle Versetzungsgesuche und und sämtliche ähnlich konzipierten Eingaben wurden abgelehnt.

Eines Tages schrieb er dann den Satz "Mühlbach ist ein Lumpenpack" an die Tafel und befahl den Kindern,

diesen Satz hundertmal abzuschreiben und daheim von ihren Eltern unterschreiben zu lassen.

Man kann sich denken, was passierte:  Zwei Tage später traf seine Versetzung ein.

Auf diese etwas makabre Art und Weise hatte er doch noch sein Ziel erreicht.--------

Bei allen Mühlbacherinnen und Mühlbachern, die ich mit diesem Satz schockiert und möglicherweise beleidigt habe,

möchte ich mich hiermit entschuldigen; ich war einfach davon ausgegangen, dass diese Anekdote, die mir Karl Dettling

geschildert hatte, im Dorf allseits bekannt gewesen sei.     Sorry!

                          Karl Dettling